Aussenansicht Cleric
Fassadenstruktur
Treppenhaus
Aula

10 - Cleric Bündner Kantonsschule Chur

Objekt:

Baujahr1963
ArchitektAndres Liesch
Sanierung2010-12: Pablo Horváth
MerkmaleFührung exklusiv

Adresse:

Plessurquai 63
7000 Chur

Barrierefreiheit:

Ja

Fotografieren:

Erlaubt

Vorgabe des Kantons Graubünden war eine umfassende wärmetechnische Sanierung sowie die Transformation des Schulhauses aus den 1960er-Jahren in die Gegenwart. Ziel war es, künftig den Minergiestandard einzuhalten und gleichzeitig alle heutigen Vorschriften und Normen zu erfüllen. Das ehemalige Bündner Lehrerseminar, heute Teil der Kantonsschule, wurde 1962 vom Bündner Architekten Andres Liesch geplant und gebaut. Der architektonische Ausdruck entspricht der Formensprache der Nachkriegsmoderne. Das Zusammenspiel von gefügten und gegossenen Betonelementen verleiht dem Bau eine plastische Tektonik, die der grossvolumigen Anlage eine bemerkenswerte Leichtigkeit und Eleganz verleiht. Unser Ansatz knüpfte an die architektonischen und räumlichen Qualitäten des Bestands an. Im Sinne einer interpretierenden Originalsanierung wurden diese Qualitäten behutsam geschärft und in die Gegenwart überführt. Ziel war es, den charakteristischen Ausdruck des Betonbaus zu bewahren und gleichzeitig den heutigen statischen, bauphysikalischen und betrieblichen Anforderungen gerecht zu werden. Ein zentraler Ansatzpunkt war die Wiederherstellung der Materialpräsenz des Gebäudes. Dazu wurden die ursprünglich an die Innenschale angegossenen Betonelemente rückgebaut. Nach dem Anbringen der erforderlichen Wärmedämmung wurden neue Betonelemente gleicher Stärke als Fertigteile montiert. Das vor die Dämmschicht gesetzte neue Betonkleid erhält so den architektonischen Charakter des Bestands und transportiert ihn in die Gegenwart. Die wesentlichen und prägenden Elemente des Gebäudes blieben erhalten. Im Zuge der Transformation wurde die Nutzung innerhalb des Schulcampus neu ausgerichtet: Das Gebäude dient heute als Haus für musische und gestalterische Fächer wie Musik, Kunst und Werken. Da die ursprüngliche Struktur hauptsächlich aus Klassenräumen bestand, waren Anpassungen der Raumzuschnitte erforderlich. Dank der Tragstruktur aus Stützen und nichttragenden Zwischenwänden konnten einzelne Wände entfernt und grössere Räume, etwa für Kunstunterricht, geschaffen werden. Städtebau und räumliche Qualität der Anlage überzeugen bis heute. Diese zeitlose architektonische Qualität rechtfertigt einen respektvollen und sorgfältigen Umgang mit dem bestehenden Bau.

Quellen:

Text: Pablo Horváth Bilder: Pablo Horváth