

| Baujahr | 1872-73 |
| Architekt | Rudolf Olgiati |
| Merkmale | Führung exklusiv |
| Auszeichnungen | 52 beste Bauten |
Heroldstrasse 25
7000 Chur
Samstag, 25.04.
10:00 - 16:00 Uhr
teilweise, nur Erdgeschoss
Nicht erlaubt
In Rudolf Olgiatis Werk nimmt die Handelsgärtnerei Urech eine Sonderstellung ein. Sie gehört zu den seltenen grossvolumigen Bauwerken des Architekten, dessen Oeuvre vornehmlich Einfamilienhäuser – meist Zweitwohnsitze – umfasst. Das für einen Gärtnereiunternehmer errichtete Gebäude enthält neben zwei Studios drei Vier- und vier Dreizimmerwohnungen und integriert im Erdgeschoss zudem ein geräumiges Ladenlokal. Speziell ist beim Haus Urech auch seine Lage in einer städtischen Agglomeration, baute Olgiati doch vornehmlich im ländlichen Raum. Die Handelsgärtnerei steht in der Churer Rheinebene, wo kleinteilige Wohnsiedlungen und Einzelhäuser das Ortsbild prägen. Anders als in seinem Hauptarbeitsgebiet in und um Flims begegnete Olgiati hier keiner modulierten Bergsturzlandschaft, sondern einem flachen Grundstück ohne herausragende landschaftliche Qualität. Auf diese unbestimmte Situation reagierte er mit der grossen Geste eines monumentalen Giebelbaus, der, nicht zuletzt auch hinsichtlich seiner grandiosen Wirkung, an frühneuzeitliche Doppelhäuser im Engadin erinnert. Ohne Sockel unvermittelt aus dem Boden aufsteigend, treten die glatten, weiss gekalkten Fassaden als Mauerschalen über das Dach hinaus; sie veranschaulichen Olgiatis Vorstellung vom Haus als Einfriedung, die gegen eine als unwirtlich empfundene Aussenwelt ein geborgenes Inneres abgrenzt. Die Mauern sind mit frei gesetzten Fenstern individueller Grösse und Ausformung sowie tief eingeschnittenen Loggien plastisch durchformt, ohne dass die Einheit der Schale zerstört würde. Das optisch unterdrückte Dach wird durch die harten Kuben der Schornsteine akzentuiert. An der Rückseite markiert ein Korbbogen den Durchgang zum privaten Wohnbereich. Dahingegen betonen Säulen – in Olgiatis Verständnis «die optische Fixierung eines wichtigen Punktes» – den öffentlichen Bereich: Strassenseitig flankieren zwei massige Exemplare den Eingang des Ladenlokals, während an der breiten Ostfassade ein Portikus mit vier kräftigen Säulen und keckem Blechdach den Ausgang zum Pflanzenmarkt artikuliert.
| Baujahr | 1872-73 |
| Architekt | Rudolf Olgiati |
| Merkmale | Führung exklusiv |
| Auszeichnungen | 52 beste Bauten |
Heroldstrasse 25
7000 Chur
Samstag, 25.04.
10:00 - 16:00 Uhr
teilweise, nur Erdgeschoss
Nicht erlaubt
Text: Ludmila Seifert, Bündner Heimatschutz Bilder: R. Ratti