
| Baujahr | 1945-46 |
| Architekt | Architektengemeinschaft Christian Trippel, Ernst Zietzschmann Jakob Padrutt |
| Merkmale | Stadtspaziergang |
Loestrasse 220
7000 Chur
Sonntag, 26.04.
10:00 - 10:45 Uhr
11:00 - 11:45 Uhr
(geführt durch Ludmila Seifert, Bündner Heimatschutz, max 25. Personen, Treffpunkt vor dem Gebäude der Klink )
Nein
Erlaubt
Der Zweite Weltkrieg war noch nicht zu Ende, als sich der Kanton Graubünden dazu entschloss, für das verheiratete Personal der Psychiatrischen Anstalt in Chur eine «Wohnkolonie» zu errichten. Ursprünglich hatte sich die Aufgabe der Klinikangestellten darin erschöpft, die einsitzenden «Irren» zu bewachen. Mit der Entwicklung der Psychiatrie mutierte die einstige Versorgungseinrichtung zu einer Heil- und Pflegestätte, womit sich auch das Stellenprofil der Bediensteten veränderte: Aus «Wärtern» wurden «Pfleger», qualifizierte Fachkräfte also. Diese wollte der Kanton langfristig an sich binden – unter anderem, indem er ihnen guten Wohnraum bot. Der Bau einer «ländlichen Siedlung» mit kleinen Einfamilienhäusern inmitten grosser Gärten schien ihm dazu das probate Mittel zu sein. Die Planungen begannen 1944 mit der Auslobung eines Projektwettbewerbs, an dem sich alle im Kanton wohnhaften oder heimatberechtigten Architekten beteiligen durften. Sie hatten in ihrem Entwurf «auf eine gute Einfühlung in die Terrainverhältnisse und in die bauliche und landschaftliche Umgebung zu achten» sowie auf eine «zweckmässige Gestaltung der einzelnen Häuser» nach Vorgabe der damals geltenden Richtlinien für den sozialen Wohnungsbau. Diese verlangten nach optimierten Grundrissen und einer nüchtern-sachlichen Architektur im traditionalistischen Landi-Heimatstil. 1946 war die Wohnkolonie Waldhaus bezugsbereit: ein Dutzend gemauerter Häuschen, locker verteilt auf einem schmalen Landstreifen unterhalb des monumentalen Hauptgebäudes der Klinik Waldhaus, einem spätklassizistischen Repräsentationsbau von 1892. Die Plansiedlung hat seit ihrer Errichtung eine anerkennende Rezeption erfahren. In hohem Masse authentisch erhalten, gilt sie heute als Baudenkmal – ein charakteristischer Zeuge einer von Materialknappheit, engen Budgets und Wohnungsnot geprägten Zeit, die in geradezu mustergültiger Weise den damaligen Diskurs über den Siedlungs- und Wohnungsbau zum Ausdruck bringt. Ihre Schutzwürdigkeit ist mittlerweile unbestritten – allerdings stellt sich die Frage nach ihrer Schutzfähigkeit. Über die Zukunft der Churer Wohnkolonie wird momentan ein Gerichtsverfahren geführt.
| Baujahr | 1945-46 |
| Architekt | Architektengemeinschaft Christian Trippel, Ernst Zietzschmann Jakob Padrutt |
| Merkmale | Stadtspaziergang |
Loestrasse 220
7000 Chur
Sonntag, 26.04.
10:00 - 10:45 Uhr
11:00 - 11:45 Uhr
(geführt durch Ludmila Seifert, Bündner Heimatschutz, max 25. Personen, Treffpunkt vor dem Gebäude der Klink )
Nein
Erlaubt
Text: Ludmila Seifert Luftbild: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Stiftung Luftbild Schweiz / Fotograf: Friedli, Werner 1947