Krypta St. Stephan
Grabstellen St. Stephan

07 - Krypta von St. Stephan

Objekt:

Baujahr1970
ArchitektMax Kasper
Sanierung2010, saniert durch Jüngling & Hagmann Architekten
MerkmaleFührung exklusiv, Archäologie

Adresse:

Arosastrasse 2
7000 Chur

Öffnungszeiten:

Samstag, 25.04.

10:00 - 12:00 Uhr

13:00 - 17:00 Uhr

Führungen:

Samstag, 25.04.

11:00 - 12:00 Uhr

14:00 - 15:00 Uhr

(geführt durch den Archäologischen Dienst Graubünden)

Barrierefreiheit:

Nein

Fotografieren:

Erlaubt

Unter dem Pausenplatz der Bündner Kantonsschule an der Halde befindet sich eines der bedeutendsten frühchristlichen Baudenkmäler Graubündens: die im 5. Jahrhundert errichtete Grabkirche der Churer Bischöfe, St. Stephan. Die Anlage wurde 1850 beim Bau der damaligen Kantonsschule wiederentdeckt. Eine umfassende archäologische Ausgrabung und wissenschaftliche Untersuchung erfolgte 1955/56 unter der Leitung des Architekten Walther Sulser. Beim Neubau der Schule in den 1970er Jahren integrierte man die Fundstätte geschützt in das Gebäude. Im Zuge der 2010 abgeschlossenen Gesamtrenovation wurde der unterirdische Raum museal neugestaltet und seiner historischen Bedeutung entsprechend aufgewertet. Die Grabanlage entstand im frühchristlichen Friedhof nordöstlich der Kathedrale. Sie besteht aus einem gewölbten Hauptraum mit zwölf gemauerten Grabstellen sowie einer später angebauten Vorhalle, die ebenfalls für Bestattungen genutzt wurde. In der Ostwand befindet sich eine Apsidiole mit seitlichen Lichtnischen; darunter liegt ein Reliquienschacht. Besonders eindrücklich ist die reiche Ausmalung des Innenraums. Wände und Tonnengewölbe waren mit Aposteldarstellungen, ornamental gestalteten Marmormotiven sowie Rebenranken mit Vögeln geschmückt. Von der darüber errichteten Oberkirche sind zudem Reste eines kunstvoll gestalteten Mosaikbodens erhalten. Die Anlage stellt ein herausragendes Zeugnis frühchristlicher Bestattungs- und Baukultur in Chur und im Alpenraum dar.

Quellen:

Text: Patrick Cassitti, Archäologischer Dienst Graubünden Bilder: Archäologischer Dienst Graubünden